Tauschen statt kaufen

In Zeiten, wo die Währungsinstabilität und Bargeldlosigkeit zum Thema werden, macht es Sinn, sich Gedanken über das Geld und seine Entstehung zu machen.

Geld ist eigentlich nur ein Zahlungsmittel, welches sich aus dem Tauschhandel entwickelt hat. Die damaligen Menschen wollten sich offenbar das Leben erleichtern und nicht immer umständlich Waren gegen andere Waren oder Dienstleistungen tauschen, und so entstand das erste Bargeld.

Heute, einige hundert Jahre danach, wird das Geld offenbar selbst zur Ware, was dazu geführt hat, das Banken Zinseszinsen und sonstige Gebühren verrechnen zB. bei Kreditvergaben. Ein solcher Kreditvertrag wird in weiterer Folge an andere Banken verkauft, belehnt und als Aktie angelegt. So entsteht Geldschöpfung aus dem Nichts.

Wie kann das möglich sein, dass ein Zahlungsmittel zur Ware wurde? Interessanterweise müssen wir für diese Ware (Geld) auch mit Geld bezahlen – das ist so, als ob wir Tomaten mit noch mehr Tomaten bezahlen würden.

201502_tv_header_mit_www_kleinNoch sonderbarer wird es, wenn wir uns bewusst machen, wie Geld entsteht. Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass ein Anspruch auf Geld immer dann entsteht, wenn wir eine Leistung erbringen dh. eine Arbeit erledigen bzw. die Früchte unserer Arbeit anbieten können.

In unserem Finanzsystem entsteht zurzeit das Geld in dem Moment, wenn jemand einen Kredit nimmt, das heißt, alles Geld, welches im Umlauf ist, ist Schuld. Der Bankbeamte drückt auf die Entertaste und schon wird Geld aus dem NICHTS geschöpft und der Kreditnehmer bekommt es auf sein Konto. Geld welches zuvor gar nicht existiert hat und physisch auch nicht existiert, wird auf das Konto gebucht, bloß als mathematische Zahl. Offenbar vertrauen wir diesem System, denn eine Deckung in Gold oder Waren gibt es nur geringfügig, daher spricht man davon, dass unser Finanzsystem auf Vertrauen basiert. Was glaubst Du – ist das ausreichend?

Es gibt Alternativen!

Eine Rückkehr zum Tauschhandel ist aus heutiger Sicht eher nicht sinnvoll, aber eine modernere Variante davon durchaus. Zurzeit boomt der Tauschhandel auf Zeitbasis dh. die Zeit ist die Währung. Zeit ist wohl auch das Wertvollste, was wir Menschen haben, und das ist eine gute Nachricht, denn davon haben wir alle genug. In den Tauschkreisen bezahlen die Menschen mit Zeit statt in Euro. Der Verkäufer nennt seinen Preis zB. 20 min. für ein Glas selbstgemachter Marmelade oder 10 Eier und bekommt das in Form von Zeitwertscheinen bzw. per Handy auf sein Zeitkonto gebucht.

Wie das möglich ist, kannst Du in vielen Tauschkreisen live miterleben. Treffen finden regelmäßig statt, Du brauchst Dich nur auf der Homepage informieren. Die Währung, die Stunde ist jedenfalls zeitlos, wertbeständig und zinsfrei. Damit gehen die Tauschkreise neue (uralte) Wege!

www.tauschkreis.org

Leiter AK Kommunikation

Arnold Ehrenfeld

ehrenfeld@talenteverbund.at

 

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