Wie ein Fisch im Baum



Hunt, Lynda Mullaly: Wie ein Fisch im Baum; aus dem Amerikanischen von Renate Weitbrecht; cbj-Verlag; 2018; ISBN 978-3-570-31242-1

Ally, die Hauptdarstellerin dieses Werkes gerät durch ihr Manko – sie kann nicht lesen, weil die Buchstaben sich vor ihren Augen bewegen und nicht stillstehen, sodass sie zu erkennen wären – immer wieder in arge Bedrängnisse. Sie reagiert mit Fluchtverhalten oder, wie die Lehrer es nennen, Aufsässigkeit und Sturheit. Dabei ist sie intelligent, kann sich vieles merken und wünscht sich so, aus ihrer Außenseiterrolle herauszukommen und ganz normal zu sein.

Erst durch einen neuen Lehrer, der ihre starke Legasthenie erkennt, bereit ist, ihr zu helfen und selbst eine dementsprechende Ausbildung macht, gelingen die ersten Erfolge. Ally muss einen schweren Weg gehen, was den Lesern durch die Lektüre bewusst wird. Nur wenige Menschen, selbst Lehrer und Lehrerinnen, sind mit dieser Form der Lernschwäche vertraut.  In verständnisvoller Hilfsbereitschaft und dem Vermögen Allys, Hilfe anzunehmen,  offenbaren sich aber mehr und mehr ihre sozialen und moralischen Kompetenzen.

Der Autorin ist es in diesem Buch gelungen, einen tiefen Einblick in die Problematik Analphabetismus und menschliche Entwicklung zu geben. Beeindruckend ist auch die menschliche Qualität des Lehrers, der sich nicht entmutigen lässt, Geduld aufbringt und dennoch immer „am Ball bleibt“.


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