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Fachgerechte Kinderbetreuung

Angesichts zunehmender Brutalität unter Kindern und Jugendlichen stellt sich für viele von uns die Frage, welche Umwelt- oder Erziehungsfaktoren dazu führen, dass unser Nachwuchs derartig entgleist. Die Ursachen dafür liegen vielfach bereits in den ersten Lebensjahren.

„Pädagogisch richtig“

Eltern geben sich sicher aller erdenklichen Mühe, ihre Kinder richtig zu erziehen. Selbst manchmal in einem Milieu der Knappheit aufgewachsen, versuchen sie den Kindern alles zu bieten und sämtliche Probleme für sie zu lösen. In dem Bestreben, die Kinder möglichst „pädagogisch richtig“ zu betreuen, behandeln sie diese oft wie kleine Erwachsene. Das heißt, Gebote und Verbote werden erklärt, statt vorgelebt. Es ist in der Fachpädagogik bekannt, dass die jungen Erdenbürger in den ersten sieben Lebensjahren ausschließlich durch Nachahmung lernen. Nicht das, was Sie zu den Kindern sagen, sondern das, was Sie sind, ist für die Kinder Vorbild und hat auf sie Einfluss.

Überforderung durch Entscheidungen

Viele glauben auch, man müsse die Kinder viel beschäftigen, und sie mit meist nicht kindgerechtem Spielzeug überschütten. Sie wollen aber kindgemäß am Alltag des Erwachsenen teilhaben und so das Leben erlernen. Sie werden aber meist zu früh in Entscheidungsprozesse mit eingebunden, in einem Alter, in dem sie die Konsequenzen der Entscheidung nicht überblicken können. Sie haben noch keine Ahnung, was sie brauchen und was für sie gesund ist. Wie sollen sie da entscheiden können? Im späteren Leben wirkt sich das oft als Unsicherheit und Entscheidungsunfähigkeit aus, die aus den Gefühlen der Überforderung und der Unfähigkeit in Aggression umschlagen kann.

Die ersten drei Lebensmonate sind entscheidend

Innerhalb der ersten sieben Lebensjahre sind die ersten drei von lebensbestimmender Bedeutung. In der Gehirnforschung wie in der Psychologie ist bekannt, dass in den ersten drei Lebensmonaten 90% aller Synapsen gebildet werden. Alle Begabungen, Fähigkeiten, aber auch Schwächen haben hier ihre Grundanlage. In den Monaten und den drei Jahren danach kommt es nun darauf an, dass diese Anlagen richtig gefördert oder ausgeglichen werden. Die Entwicklung aller Sinne, das heißt nicht nur der meist bekannten sechs Sinne, sondern aller zwölf (und dazu zählen u.a. Lebenssinn, Ich-Sinn, Eigenbewegungssinn, inneres und äußeres Gleichgewicht), gehören pädagogisch gefördert. Dazu bedarf es fachkompetenter Betreuung.

Entwicklungsrhythmen

Kinderkrippen stellen oft nur eine „Verwahrungsstelle“ für die Kinder dar, und nicht immer ist ein fachgeschultes Personal dafür vorhanden. Viele glauben, dass in den ersten Lebensjahren die hauptsächlichen Bedürfnisse der Kinder mit Essen, Schlafen, Saubersein usw., erfüllt sind. Das Gegenteil ist der Fall:

Die Welt zu erkunden, zu erforschen, zu lernen wie sie funktioniert, sich darin zurecht zu finden, ist oberstes Bedürfnis. Dazu brauchen wir geschulte Fachkräfte, die genau wissen, was in welchem Lebensalter wie an die Kinder heranzuführen ist!  Die genaue Kenntnis der Entwicklungsrhythmen (Piaget, R. Steiner u.a.), bildet die didaktische Grundlage für eine entsprechende Förderung.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft und haben Anrecht  auf die bestmögliche Förderung durch entsprechend geschulte Fachkräfte.

Nur dann ist gewährleistet, dass in späteren Jahren Kinder und Jugendliche heranwachsen, die als freie und selbständige Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden. 

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