Schneller, weiter, höher…

…wirklich? 

Sie sind noch nicht fertig? Fragt der Chef seine Mitarbeiterin um 19.45 Uhr, was machen Sie den ganzen Tag eigentlich?!

 

Unsere schnelllebige Zeit fordert von uns maximale Leistung auf allen Gebieten, zeitliche Flexibilität auf Kosten der Gesundheit und der sozialen Beziehungen. Man braucht nur einen Blick in die derzeitigen Stellenangebote werfen, um zu sehen, was für ein Anforderungsprofil gesucht wird. Die Texte lesen sich wie Wunschbriefe an den Weihnachtsmann.

Man möchte Mitarbeiter unter dreißig mit zumindest einem abgeschlossen Hochschulstudium und mehrjähriger Auslandserfahrung und natürlich jahrelanger Praxis. All das um 1200 EUR brutto monatlich!

Abgesehen von der Tatsache, dass es eine eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, ist schon allein an Hand der Beschreibung ersichtlich, dass solche Jobs nur stressig sein können.

Gerade Stressfaktoren und ihre Wirkung auf die Gesundheit sind zwischenzeitlich schon recht gut erforscht und sprechen eine eindeutige Sprache. Zuviel Stress schadet uns und hat unmittelbaren Einfluss auf die Hormonsituation, insbesondere der Botenstoff Adrenalin führt auf Dauer zur Steigerung des Blutdruckes, zur Gefäßverengung, Schädigung des Herzens, zu Stoffwechselerkrankungen und nicht zuletzt schränkt es unser Denkvermögen ein. Dieser Kampfmodus ist in Gefahrensituationen sinnvoll und wird durch körperliche Aktivität auch rasch aufgehoben und so das Adrenalin abgebaut.

Die berufliche Situation sollte jedoch keine Kampfsituation darstellen, ist dies aber der Fall, wird die Rechnung weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer wirklich aufgehen. Krankenstände und chronische Erkrankungen sind dann die Folgen, die schlussendlich auch das Gesundheitssystem in die roten Zahlen führen.

Beruf sollte dem ursprünglichen Sinn nach Berufung sein, somit sind wir bei unseren Talenten angelangt. Wer kann heute schon behaupten, seine Talente zu kennen und sie voll ausleben zu können? Diese Berufswelt braucht unsere Talente nicht, dafür aber ein präzise fast mechanisch funktionierendes Personal. Darüber hinaus wird uns die Selbstverwirklichung durch die vielen medialen Angebote nicht leicht gemacht, aber schlussendlich liegt es an uns, die spärlich vorhandene Freizeit sinnvoll und bewusst aktiv zu nutzen.

Das kann bedeuten, dass man seine persönliche Bedürfnispyramide neu gestaltet, nämlich mit weniger Konsum = weniger Geld verdienen (müssen) dafür aber mehr Freizeit/-raum erhält.

Was machen wir mit der neu gewonnen Freizeit? Vermutlich weniger sinnvoll ist es, sie mit stundenlangem Fernsehen bzw. Computerspielen zu verbringen. Generell ist der etwas schwierig anzunehmende Begriff des Fastens insofern interessant, dass es z.B. neben dem medialen Fasten auch den bewussteren Umgang mit Lebens- und Genussmitteln und dem Erkennen der ureigensten tatsächlichen Bedürfnisse beinhalten kann.

Reduzieren wir uns auf das Wesentliche, dann werden wir mehr über uns erfahren. Damit sind wir auf einem guten Weg, Herr/Frau im eigenen System zu werden.

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