Die Angst als dein Freund…

– Martin Wertsch –

…eben noch gemütlich in einem Taxi sitzend, überkommt mich Panik. Wie ein wildes Raubtier, springt sie mir ins Gesicht. Dass es ganz offensichtlich keine Veranlassung gab, in Panik zu geraten, beunruhigte mich nur noch mehr. Ich wusste nicht, woher sie kam oder warum. Mein Herz überschlug sich und mir wurde übel. Ich hatte plötzlich Angst mich zu übergeben, Angst im Taxi zu bleiben, Angst davor, ohne erkennbaren Grund Angst zu haben.

Die Fahrerin hielt den Wagen am Straßenrand an und ich stürmte hinaus, noch bevor das Auto ganz zum Stillstand gekommen war. Als ich draußen im Schnee stand, hastig und schnell atmend, verschwand die Panik so rasch wie sie gekommen war. Das Raubtier ließ von mir ab und ließ mich in Ruhe… vorerst.

In dieser Nacht hatte ich meine erste Panikattacke. Die erste von vielen.
Ich verbrachte zwei Jahre in tiefem Unwissen darüber, warum sich mein Körper plötzlich so verhielt. Irgendwann dachte ich auch nicht weiter darüber nach und begann stattdessen, mich damit zu arrangieren. Ich mied öffentliche Plätze, ging nicht mehr ins Kino, sah meine Freunde immer weniger und versank in einer immer stärkeren, mir selbst auferlegten Isolation.

Irgendwann las ich auf der Internetseite eines Radiosenders von einem Psychologen, der Zuhörerfragen beantwortete. Ich schrieb an seine E-Mail-Adresse und schilderte meine Symptome. Er antwortete tatsächlich und erklärte mir, es handle sich bei meinem Problem um eine generalisierte Angststörung.

Neugierig geworden, begann ich noch am gleichen Tag im Internet zu recherchieren und fand den Videomitschnitt eines Professors, der einen Vortrag zum Thema Angststörung abhielt. Im Großen und Ganzen schilderte er dabei minutiös all die Symptome, unter denen ich derzeit tatsächlich litt. Dabei ließ mich die folgende Aussage nicht mehr los : „Der Betroffene fürchtet während einer Angstattacke, dass diese sich bis ins Unermessliche steigere, die Angst immer größer und größer werde, ohne eine Obergrenze zu erreichen. In Wahrheit ist es aber so, dass diese Angst nach einer kurzen Dauer wieder abnimmt.“
Noch während ich den Vortrag sah, reifte in mir die Erkenntnis: „Es ist an sich nichts Bedrohliches. Es kann mir nichts Böses tun“.

Ich bekam Herzklopfen während ich mir diesen Vortrag anhörte. Ich weiß noch, dass ich plötzlich einen Gedanken fasste, den ich in diesem Moment auch laut aussprach: „Ich bin doch nicht verrückt“.

Mir wurde bewusst, dass ich nicht der einzige Betroffene war. Also handelte es sich bei meinem Leiden um etwas, das einer Logik folgte. Etwas in meinem Leben stimmte ganz und gar nicht und genau das versuchte mir mein Inneres klar zu machen. Denn an sich wollte mir die Angst nichts tun, mich nicht zermürben oder verletzen. Sondern ich erkannte sie als etwas in mir, das gehört werden wollte. Die Angst war eine Information, eine Mitteilung an mich, nicht mehr – aber auch nicht weniger. Wann immer wir Angst fühlen, gibt es dafür einen Grund.

Wie so oft waren familiäre Probleme die Wurzeln meines Leidens. Diese Zwistigkeiten verketteten sich mit privaten Defiziten, sozialen, sowie beruflichen. Weitere psychische Leiden wie Depressionen waren die Folge. Es gibt einen Grund, warum ich davon betroffen war. Ein Teil von mir wollte mir mitteilen, dass meine Lebenssituation für mich zu belastend und es Zeit für Veränderung war!

Die Angst ist nur ein Gefühl. Sie verweist oft auf ein unbefriedigtes Bedürfnis dahinter. Dieses verschüttete Geborgenheitsbedürfnis wieder frei zu legen und zu befriedigen, war der Schlüssel. Denn ist das Bedürfnis nach Geborgenheit in uns gestillt, haben wir keine Angst mehr. Wir dürfen uns ganz sicher, ganz aufgehoben fühlen.

Falls Sie sich bei diesem Erfahrungsbericht wiederfinden, dann nehmen Sie sich die nötige Zeit, um sich Ihrer Angst zuzuwenden. Hören Sie ihr zu, schenken Sie ihr all die Aufmerksamkeit, die sie braucht. Wo zeigt sich die Angst in Ihrem Körper? Atmen Sie ruhig weiter und schauen Sie sich Ihre Angst ganz ruhig an. In Kontakt mit unseren Ängsten treten wir in direkten Kontakt mit unseren Bedürfnissen.

Welches ungestillte Bedürfnis steht mit dieser Angst in Verbindung? Wo sitzt dieses Bedürfnis im Körper? Erlauben Sie, dass eine Höhere Kraft Ihnen hilft, dieses Bedürfnis zu stillen! Gönnen Sie dieser Wunde zu heilen. Sie brauchen nichts zu tun, nichts zu erreichen. Gestatten Sie nur, dass dieses Bedürfnis in Ihnen versorgt, gestillt und erfüllt werden darf. Sie halten den Schlüssel zu Ihrem Inneren Reichtum bereits in Händen!

Quelle: https://www.chi-heilung.de/termine/die-angst-als-dein-freund-in-7-schritten-aus-der-angst/

Anmerkung der Redaktion:
Auf Lösungsansätze stoßen Sie auch bei einer regelmäßigen Teilnahme an unserer Biographiearbeit. Wertvolle Hilfe bietet auch der Vortrag über Engel und Doppelgänger

Share on Google+Email this to someoneShare on Facebook
Drucken

Veranstaltungen